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Warum röchelt mein Baby und was kann ich dagegen tun?

Notfallmedizinerin Dr. med. Annalena Dehé zu röcheln bei Babys

Röcheln entsteht, wenn die Atemwege eingeschränkt sind oder Schleim den Luftstrom verhindert. Wenn Babys röcheln, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. Wir möchten hier näher darauf eingehen und dir erklären, wann du dir wirklich Gedanken machen musst.

Ist es schlimm, wenn mein Baby röchelt? Du musst wissen, dass Babys einige Geräusche beim Atmen machen. Die Atemwege sind nicht vollends ausgebildet und müssen noch heranreifen. Sie sind eng und empfindlich. Es ist nicht unbedingt schlimm, wenn das Baby röchelt, sofern es keine anderen Symptome zeigt. 

Mit der Zeit wird sich das verbessern und mit etwa 6 Monaten entwickelt sich das Atemsystem so weit, dass auch ungewöhnliche Geräusche nicht mehr auftreten. Das Röcheln entsteht meist dann, wenn sich Schleim am Kehlkopf sammelt. Das Baby kann sich noch nicht räuspern und den Schleim selbst entfernen. Dieses Röcheln ist aber nicht schlimm.

Bemerkst du jedoch, dass dein Baby schlecht Luft bekommt, sich beim Atmen sehr anstrengen muss oder gar eine bläuliche Verfärbung der Lippen oder Haut zeigt, musst du den Rettungsdienst kontaktieren. In diesem Fall hat es Schwierigkeiten beim Atmen.

Notfallmedizinerin Dr. med. Annalena Dehé zu röcheln bei Babys

Röcheln kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Erkältung
  • Schleim in den Atemwegen
  • Allergien

Um deinem Baby das Atmen zu erleichtern, trage es in aufrechter Position und klopfe leicht auf seinen Rücken. So löst sich der Schleim leichter. Auch frische Luft kann hilfreich sein. Wenn möglich, verwende einen Luftbefeuchter, denn auch trockene Heizungsluft kann den Atemwegen zusetzen. 

Sofern das Baby krank ist und du pfeifende oder krächzende Geräusche vernimmst, sprich auf jeden Fall mit einem Arzt. Ein viraler Infekt kann schnell lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

Woran erkenne ich, dass mein Baby röchelt?

Eine röchelnde Atmung kann ganz unterschiedlich klingen. So kann es zu einem keuchendem, aber auch schnarchendem Geräusch kommen. Folgende Anzeichen sind typisch dafür, dass das Baby röchelt

  • Schnarchendes Geräusch: Es hört sich so an, als würde das Baby schnarchen. 
  • Geräusche beim Ein- und Ausatmen: Das Röcheln kann während des kompletten Atemzyklus bestehen oder nur beim Ein- oder Ausatmen.
  • Verändertes Atemmuster: Verändert sich die Atmung immer wieder von flach zu schnell, so könnte das auf ein Röcheln hindeuten.

Nicht immer sind Atemgeräusche besorgniserregend, denn wegen der noch kleinen Atemwege von Baby können diese leicht entstehen. Bei der ganz normalen Atmung hörst du in der Regel nichts, außer die sanften Atemgeräusche der Nase.

Denke aber immer daran: Bist du verunsichert, ob die Atmung normal ist, so sprich lieber mit einem Arzt, denn dieser kann dir sagen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist.

Warum röcheln Neugeborene und Säuglinge häufiger?

Neugeborene und Säuglinge zeigen anatomische und physiologische Unterschiede im Atemwegssystem im Vergleich zu einem Erwachsenen. Dies erklärt auch, weshalb es bei Babys häufiger zu einer röchelnden Atmung kommt.

Die Atemwege sind beim Baby noch klein und eng, was dazu führt, dass Schleim und Sekret leichter feststecken. Hinzu kommt, dass sich das Atemsystem erst noch entwickeln muss. Die Muskeln, welche die Atemwege kontrollieren und beim Husten helfen, müssen noch stark werden.

Der Schleim dient dem Schutz der Atemwege, weshalb die Bildung ganz normal ist. Doch in den kleinen Atemwegen führt er schnell zu einer Verstopfung und dies erzeugt ein Röcheln beim Atmen. Da sich das Baby noch nicht räuspern oder den Schleim abhusten kann, entsteht das röchelnde Geräusch. Räuspern lernt das Baby mit etwa 5 Monaten.

Ist das Röcheln meines Babys ein Grund zur Sorge?

Es gibt harmlose Ursachen für das Röcheln, jedoch kann dieses auch auf eine Erkrankung hindeuten. Somit liegt es an dir, das Baby zu beobachten und zu entscheiden, ob es einen Arzt benötigt.

Handelt es sich um ein ganz normales, leichtes Röcheln, besonders während des Schlafes, so ist es meist harmlos. Beobachte die Atmung – sofern diese ruhig und nicht angestrengt erscheint, hat sich einfach ein wenig Schleim angesammelt, der dieses Geräusch erzeugt.

Hat das Baby Schnupfen und eine verstopfte Nase, vielleicht auch Husten, so kann dies ebenfalls zu einem Röcheln führen. Macht dein Baby aber einen guten Eindruck, hat es kein Fieber oder Atemnot, musst du nicht gleich einen Arzt aufsuchen. Solltest du hingegen bemerken, dass es beim Atmen akute Schwierigkeiten hat und sich stark anstrengen muss, kontaktieren gleich einen Arzt. Es könnte auch eine akute Bronchitis haben und hier ist medizinische Betreuung notwendig.

Manche Babys leiden unter einem Reflux. Das bedeutet, der Mageninhalt fließt zurück in die Speiseröhre. Das kann zu Husten oder Röcheln führen und tritt häufig nach dem Essen oder im Liegen auf. Hier kann es hilfreich sein, den Oberkörper etwas höher zu lagern, indem du im oberen Bereich ein gefaltetes Handtuch unter die Matratze legst.

Allergien können ebenfalls ein Röcheln auslösen, da sie die Atemwege reizen können. Hast du den Verdacht, lass das von einem Arzt abklären.

Einen Arzt musst du immer dann kontaktieren, wenn du beim Baby Fieber, Appetitverlust oder Unwohlsein bemerkst. Auch bei einer übermäßigen Schleimproduktion mit Atembeschwerden braucht es ärztliche Hilfe. Achte auch darauf, ob das Baby eine keuchende Atmung hat. Hier sind die Atemwege verengt und dies kann schnell zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff führen.

Tipp: Kontaktiere den Arzt, wenn du dir unsicher bist. Er kann das Baby untersuchen und Entwarnung geben.

Wie kann ich meinem Baby helfen, wenn es röchelt?

Gibt dir der Arzt Entwarnung, kannst du selbst ein paar einfache Tipps beherzigen, um deinem Baby etwas Linderung zu verschaffen. 

  • Nasentropfen: Lass dir vom Arzt Nasentropfen verordnen, welche die verstopften Nasengänge öffnen und somit das Atmen erleichtern.
  • Luftfeuchtigkeit: Sorge dafür, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum etwas erhöht wird, denn trockene Raumluft begünstigt eine verstopfte Nase. Stelle einfach eine Schüssel mit Wasser auf den Heizkörper oder verwende einen Luftbefeuchter.
  • Sanftes Klopfen: Trage das Baby aufrecht und klopfe leicht auf seinen Rücken. Das kann helfen, den Schleim leichter zu lösen.

Denke daran, dass diese Tipps keinen ärztlichen Rat ersetzen. Deshalb solltest du dein Baby immer einem Arzt vorstellen, wenn es ihm nicht gut geht. 

Wir von 12minutes empfehlen dir zudem, unseren Erste-Hilfe-Kurs zu machen. Dort lernst du über das Internet in deiner gewohnten Umgebung, wie du im Notfall richtig handelst und so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrückst. Als Eltern von zwei Kindern wissen wir, wie schnell eine Situation eskalieren kann und jede Minute wertvoll wird. Deshalb haben wir für Eltern diesen Kurs erstellt. Als erfahrene Notärzte wissen wir genau, worauf es ankommt und möchten dir unser Wissen übermitteln, damit auch du deinem Kind helfen kannst, insbesondere dann, wenn es zu Atemnot kommt.

Wie kann ich vorbeugen, dass mein Baby röchelt?

Du kannst mit ein paar einfachen Dingen schon viel unternehmen, damit das Baby weniger röchelt und dadurch ruhiger schläft. Frische Luft steht hier ganz klar an erster Stelle. Mache mit dem Baby noch einen kurzen Spaziergang, bevor es ins Bett geht. Du kannst dich mit ihm auch einfach an das geöffnete Fenster stellen oder den Raum vor dem Schlafen einmal gut durchlüften.

Weitere Tipps sind:

  • Schlafposition: Sorge dafür, dass dein Baby sicher schläft. Lagere es in Rückenlage und lege den Oberkörper etwas erhöht. Hierfür legst du im oberen Bereich eine Decke oder ein zusammengerolltes Handtuch unter die Matratze.
  • Luftfeuchtigkeit: Trockene Luft trocknet die Atemwege aus, deshalb nutze im Schlafraum einen Luftbefeuchter.
  • Saugen: Lass dein Kind vor dem Schlafen an der Flasche oder deiner Brust saugen. Das Saugen kann dabei helfen, die Atemwege zu befreien und ein Röcheln zu reduzieren.
  • Raumtemperatur: Der Schlafraum sollte zwischen 18 und 20 Grad Temperatur haben. Zu warme Räume können schnell zu einer Überhitzung und zu Atemproblemen führen.
  • Sauberkeit: Achte auf Sauberkeit in allen Räumen und auf Polstermöbeln, um Allergene und Staub zu minimieren. 

Welche Rolle spielt die Ernährung beim Röcheln von Babys?

Es mag nicht so erscheinen, doch die Ernährung spielt tatsächlich eine Rolle, wenn es darum geht, dass das Baby röchelt. Gerade Allergien sind mittlerweile nicht mehr selten, weshalb du Unverträglichkeiten unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen solltest. Er kann dir auch zu allergenfreier Nahrung raten, damit bestehende Allergien gelindert werden.

Insbesondere Produkte wie Soja, Nüsse, Gluten oder Milchprodukte können eine Allergie auslösen und zu Blähungen, Verstopfung oder einem röchelnden Atem führen.

Sofern dein Baby sehr gierig trinkt und isst, schluckt es auch viel Luft. Da diese Luft wieder aus dem Bauch muss, kann es zu einem Röcheln kommen. Achte deshalb darauf, immer wieder Pausen einzulegen, damit es die Luft ausstoßen kann.

Der Reflux ist bei den meisten Babys typisch. Sie trinken ihre Milch und ein Großteil kommt kurze Zeit später wieder hoch. Das kann zum Beispiel dann passieren, wenn es diese zu schnell getrunken hat. Der Reflux führt ebenfalls zu einer röchelnden Atmung. Achte auch hier darauf, dass das Baby nicht zu hastig trinkt. 

Wie beeinflusst das Umfeld das Röcheln von Babys?

Das Röcheln bei Babys kann von verschiedenen Umwelteinflüssen beeinflusst werden, insbesondere von solchen, die die Atemwege betreffen. Beachte deshalb folgende Dinge:

  • Luftqualität: Hausstaub, Pollen, Schimmel oder Haustiere können bei manchen Babys zu einer Reaktion führen. Deshalb sind eine staubfreie Umgebung und regelmäßig gelüftete Räume wichtig. Denke auch daran, möglichst hypoallergene Bettwäsche zu nutzen.
  • Rauch: Passivrauchen ist für jeden Menschen schädlich und kann bei Babys sogar zu Atemproblemen führen. Vermeide deshalb das Rauchen im Haus.
  • Duftstoffe: Nutze möglichst Reinigungsmittel und Waschmittel, die keine Duftstoffe enthalten oder hypoallergen sind. Verzichte auch lieber auf stark riechende Weichspüler.

Wie beeinflusst die Schlafposition das Röcheln meines Babys?

Dr. med. Annalena Dehé Schlafposition gegen röcheln

Die Schlafposition kann die Atmung des Babys sehr beeinflussen und das Röcheln reduzieren. Ein Hauptaugenmerk liegt hier bei der Rückenlage. Sie ist die sicherste Schlafposition und verringert das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Die Atmung wird erleichtert, da die Atemwege offen bleiben. Jedoch kann das Kind in dieser Position etwas mehr röcheln, da sich der Schleim mehr sammelt.

Manche Eltern nutzen gerne die Seitenlage, um das Röcheln zu verringern. Der Schleim kann in dieser Position besser abfließen. Jedoch ist diese Lagerung nicht so sicher wie die Rückenlage.

Von der Bauchlage wird generell abgeraten, da sie das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöht. In dieser Position kann das Baby auch nicht so frei atmen, weil auf die Brust und Lunge Druck ausgeübt wird.

Dr. med. Annalena Dehé Vorbeugung bei röcheln

Das ideale Schlafumfeld schaffst du, wenn du das Baby in Rückenlage lagerst. Hebe zudem das obere Ende der Matratze leicht an, indem du ein zusammengerolltes Handtuch unter die Matratze legst. Dies erleichtert dem Baby die Atmung. Sorge für eine Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad und lüfte den Raum vor dem Schlafen, denn frische Luft ist gesund und trägt zu einer besseren Atmung bei.

Alles Gute und liebe Grüße
Annalena

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:
Dr. med. Annalena Dehé, Mutter und Notfallmedizinerin

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