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Zecke richtig entfernen bei Kindern und Babys

Zecken entfernen vom Baby / Kind

Nach einem schönen Ausflug in die Natur, steht bei uns erstmal die Zeckensuche an. Das ist so wichtig, da Zecken auch Krankheiten auf den Menschen übertragen können, wie unter anderem Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis. Etwa zwanzig Zeckenarten kommen in Deutschland vor. Zecken ernähren sich vom Blut anderer Lebewesen und können viele Tage am Wirt kleben. Beim Saugvorgang gibt die Zecke Speichel in die Wunde ab, um das Verklumpen der Blutplättchen zu verhindern und somit die Blutgerinnung zu hemmen.

Zecken richtig entfernen


Zecken solltet ihr möglichst mit einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument gerade herausziehen. Dazu könnt ihr eine Pinzette, Zange oder Zeckenkarte verwenden. Ihr solltet darauf achten, dass der Körper der Zecke möglichst nicht gequetscht wird, da sonst Krankheitserreger aus der Zecke in die Stichstelle hereingedrückt werden können. Wir sind aber keine Fans der Zeckenpinzette oder -zange. Die hat bei einem routinierten Umgang sicherlich ihre Daseinsberechtigung, aber mal ehrlich, wie oft hat man die Situation und dann auch noch beim eigenen Kind. Bei uns hat sich die Zeckenkarte bewährt, eine großartige Erfindung.

Der große Vorteil der Karte ist, dass man nicht versehentlich die Zecke quetscht oder sogar aus Versehen den Zeckenkörper von den Zeckenkopf trennt und somit Teile der Zecke an der Haut verbleiben. Mit der Zeckenkarte „ärgert“ man die Zecke durch das Vorschieben an der Hautoberfläche entlang so, dass sie durch den seitlichen Druck „loslässt“ und man sie dann einfach entfernen kann, ohne dass Zeckenteile zurückbleiben.

Nach dem Stich (umgangssprachlich auch Biss), empfehlen wir die Einstichstelle gut zu desinfizieren. Sollte diese jetzt bluten, dann lasst ihr das Blut ruhig auslaufen. Ihr könnt dann sogar an der Stelle um den Stich zirkulär leichten Druck ausüben um möglichst viel Zeckensekret wieder aus dem Körper zu entfernen und dadurch eine Infektion zu verhindern.

Von den Mythen, dass man die Zecke mit Klebstoff oder Nagellack beträufeln kann, solltet ihr Abstand nehmen, da hierdurch die Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen noch begünstigt werden kann.

Kleine Blutsauger - große Gefahr


Im Anschluss ist es sehr wichtig darauf zu achten, ob sich um die Stelle ein roter Ring bildet, der wandert, eine sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Diese entsteht bei einer Borrelieninfektion. Dann sollte man spätestens einen Kinderarzt/Arzt aufsuchen, um ein Antibiotikum zu bekommen. 

 

Kann man sich vor Zeckenstichen schützen?


Viele Menschen glauben an den Mythos, dass sich Zecken von Bäumen fallen lassen. Das stimmt aber nicht, denn Zecken halten sich bevorzugt in der bodennahen Vegetation auf. Sie sitzen also in einer Höhe von 30 bis 60 Zentimetern auf Gräsern oder in Büschen.

Deshalb gibt es einige allgemeine Schutzmaßnahmen für Kinder. Dazu gehört das Tragen geschlossener Kleidung, lange Hosen und Ärmel und die Hosenbeine in die Strümpfe zu stecken. Ihr könnt auch zeckenabweisende Mittel auf unbedeckte Hautstellen und Kleidung aufgetragen. Diese bieten einen gewissen Schutz, der aber nur wenige Stunden anhält. Und natürlich die Schutzimpfung gegen FSME ist in Risikogebieten zu empfehlen.

Eure Annalena und Lukas

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, sondern dient lediglich der Information.

 

P.S. Eine detaillierte Anleitung wie Ihr Zecken entfernt, findet Ihr in Modul 4 unseres Notfallübungskurses. Da zeigen wir euch Step-by-Step wie es funktioniert und wo ihr darauf achten müsst. Für Euch haben wir in einigen Paketen auch eine Zeckenkarte beigelegt von unserem Kooperationspartner WEPA. Einfach super praktisch in der Anwendung.


 

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