Erste Hilfe am Kind bei Ohnmacht: Sofortmaßnahmen & Ursachen

Jun 15, 2024
Arzt mit Baby spricht über Bewusstlosigkeit

Du findest dein Kind bewusstlos am Boden? Keine Panik! Bewusstlosigkeit bei Kindern ist zwar beängstigend, aber in den meisten Fällen harmlos. Mit den richtigen Sofortmaßnahmen kannst du deinem Kind schnell helfen.

In diesem Leitfaden lernst du Schritt für Schritt, wie du im Ernstfall Erste Hilfe bei einem bewusstlosen Kind leisten kannst. 

Wie merke ich, ob mein Kind bewusstlos ist? 

  • Keine Reaktion auf Ansprache: Sprich das Kind laut mit seinem Namen an.
  • Keine Reaktion auf leichte Reize: Streiche oder klopfe sanft auf die Fußsohlen.
  • Schlaffe Muskeln: Das Kind wirkt schlaff und hält den Kopf nicht mehr selbstständig.
  • Veränderte Atmung: Achte auf unregelmäßige Atmung oder fehlende Atemzüge, bei fehlenden Atemzügen direkt mit Reanimation beginnen.
  • Blasse oder bläuliche Hautfarbe: Beobachte die Hautfarbe im Gesicht und an den Lippen.
  • Erweiterte Pupillen: Schaue, ob die Pupillen vergrößert sind und sich nicht bewegen, wenn du mit einer Lampe kurz hinein leuchtest.

Wichtig: Vertraue auf dein Gefühl: Wenn du besorgt bist, dass dein Kind bewusstlos ist, gehe lieber auf Nummer sicher und rufe den Notruf (112). 

Im Folgenden erfährst du mehr darüber, woran du erkennen kannst, dass dein Kind bewusstlos ist. 

 

Erste-Hilfe-Maßnahmen am Kind bei Ohnmacht und Bewusstlosigkeit

Wie solltest du reagieren, wenn dein Kind bewusstlos ist? Mit den folgenden Schritten kannst du deinem Kind helfen:

  1. Sicherheit: Sichere die Unfallstelle ab. Schalte ggf. gefährliche Geräte ab. Entferne dein Kind vorsichtig aus der Gefahrenzone, falls nötig.
  2. Bewusstseinskontrolle: Sprich dein Kind laut mit Namen an. Streiche oder klopfe sanft auf seine Fußsohlen. Reagiert es nicht, ist das Risiko einer Bewusstlosigkeit hoch.
  3. Atmung kontrollieren: Beuge dich nah an dein Kind heran. Schaue auf seinen Brustkorb und achte auf Atembewegungen. Lege deine Wange an seinen Mund und Nase, um Atemluft zu spüren. Hörst und siehst du 10 Sekunden lang keine Atmung, beginne sofort mit der Beatmung.
  4. Stabile Seitenlage: Atmet dein Kind bringe es in die stabile Seitenlage. Dies verhindert, dass es sich an seinem Erbrochenen verschluckt.

So bringst du dein Kind in die stabile Seitenlage:

  • Knie dich seitlich neben das Kind. 
  • Lege den dir nahen Arm des Kindes angewinkelt nach oben, die Handfläche zeigt nach oben.
  • Den anderen Arm am Handgelenk greifen und über die Brust legen, die Hand dieses Arms auf die Wange des Kindes legen.
  • Greife den von dir entfernten Oberschenkel und winkle das Bein an.
  • Richte das oben liegende Bein so aus, dass Hüfte und Oberschenkel einen rechten Winkel bilden. Säuglinge können Sie zusätzlich mit einer Decke oder einem Kissen im Rücken abstützen.
  • Packe das Kind an Schulter und Hüfte und rolle es in deine Richtung auf die Seite.
  • Ziehe den Kopf des Kindes leicht zur Seite. Die Hand, die du am Kopf des Kindes hast, sollte dabei die Kinnlade des Kindes leicht anheben und den Kopf in einer neutralen Position halten.
  • Kontrolliere die Atmung des Kindes. Lege deine Wange auf die Brust des Kindes, um die Atmung zu kontrollieren. Höre und fühle, ob das Kind atmet. 
  • Sichere das Kind in der stabilen Seitenlage. Achte darauf, dass das Kind stabil in der Seitenlage liegt und seine Atemwege frei sind. Du kannst die Position des Kindes mit einer Decke oder einem Kissen stabilisieren.

Babys sollten die ersten 12 Lebensmonate wegen ihrer geringen Körpergröße bevorzugt auf dem Bauch liegend gelagert werden. Der Kopf muss dabei zur Seite gedreht sein, damit auch hier Erbrochenes und Blut aus dem Mund fließen können.

  1. Notruf (112) absetzen: Rufe sofort den Notruf, auch wenn dein Kind wieder atmet! Beschreibe die Situation ruhig und sachlich. Befolge die Anweisungen des Rettungsdienstes.

Wichtig: Verbleibe bei deinem Kind und beruhige es. Gib deinem Kind nichts zu trinken oder essen. Lege keine Gegenstände unter seinen Kopf. In einem Video erklären wir, wie du ein Baby in die stabile Seitenlage bringst. 

 

Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage bei Säuglingen und Kleinkindern

In Notsituationen, wenn ein Kind bewusstlos ist und nicht atmet, kann die Mund-zu-Mund-Beatmung lebensrettend sein. Die folgenden Anweisungen ersetzen keine Erste-Hilfe-Ausbildung! Im Zweifelsfall immer den Notruf (112) wählen!

  1. Kopfhaltung:
  • Lege das Kind auf den Rücken.
  • Hebe das Kinn leicht an, um die Atemwege zu öffnen.
  • Beuge den Kopf gleichzeitig leicht nach hinten.
  1. Beatmung:
  • Verschließe die Nase des Kindes mit deinem Daumen und Zeigefinger.
  • Öffne deinen Mund und bilde einen luftdichten Abschluss um seinen Mund.
  • Blase sanft und gleichmäßig in seinen Mund, bis sich sein Brustkorb hebt.
  • Beobachte den Brustkorb, um sicherzustellen, dass dieser sich hebt und senkt.
  • Wiederhole die Beatmung fünfmal, dann Beginn der Herzdruckmassage.
  1. Herzdruckmassage:

Positionierung:

  • Lege zwei Finger deiner Handfläche auf das Brustbein des Kindes, direkt unterhalb der Brustwarzen.
  • Lege deinen Daumen auf die Mitte des Brustbeins, direkt über deinen Fingern.

Druckausübung:

  • Drücke das Brustbein mit deinen Fingern und Daumen 30-mal schnell und kräftig nach unten.
  • Drücke dabei etwa fünf cm tief ein.
  • Nach jedem Druck lässt du das Brustbein wieder vollständig zurückkommen.
  1. Beatmung und Herzdruckmassage kombinieren:
  • Nach 30 Herzmassagen führe zwei Beatmungen durch.
  • Setze die Wiederbelebung fort, bis das Kind wieder selbstständig atmet, oder bis der Rettungsdienst eintrifft.

Besonderheiten bei Säuglingen und Kleinkindern:

  • Die Beatmung erfolgt durch Mund-zu-Nase-Beatmung, da die Nasenlöcher von Säuglingen und Kleinkindern sehr klein sind.
  • Die Herzmassage wird mit zwei Fingern durchgeführt, da der Brustkorb von Säuglingen und Kleinkindern sehr klein ist.
  • Drücke das Brustbein nicht zu stark ein, um Verletzungen zu vermeiden.

Frische Luftzufuhr, das Lockern der Kleidung und die Überwachung der Vitalzeichen sind wichtige Sofortmaßnahmen bei Bewusstlosigkeit. Diese Maßnahmen können dazu beitragen, das Kind wiederzubeleben, das Risiko von Hirnschäden zu verringern und die Situation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu stabilisieren.

  • Frische Luftzufuhr: Das menschliche Gehirn benötigt Sauerstoff, um zu funktionieren. Bei Bewusstlosigkeit ist die Atmung oft eingeschränkt oder nicht vorhanden. Frische Luftzufuhr erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut und versorgt das Gehirn. Dies kann dazu beitragen, die Person wiederzubeleben und das Risiko von Hirnschäden zu verringern.
  • Lockere Kleidung: Enge Kleidung kann die Atmung erschweren, insbesondere bei Bewusstlosigkeit. Durch das Lockern der Kleidung wird die Atmung erleichtert und die Person kann wieder besser atmen. Dies kann dazu beitragen, Panik zu verringern und die Situation zu stabilisieren.
  • Überwachung der Vitalzeichen: Die Vitalzeichen sind Atmung, Puls und Bewusstsein. Die Überwachung der Vitalzeichen hilft, den Zustand der Person zu beurteilen und festzustellen, ob sich die Situation verschlechtert. Dies ermöglicht es, rechtzeitig weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die Person zu stabilisieren.

 Arzt beatmet bewusstloses Baby.

Sofortmaßnahmen in 7 Schritten

  1. Sicherheit: Sorge für die Sicherheit des Kindes und dich selbst. Entferne es vorsichtig aus Gefahrenzonen und schalte, falls nötig, gefährliche Geräte ab.
  2. Bewusstseinskontrolle: Sprich das Kind laut mit Namen an und streiche oder klopfe sanft auf seine Fußsohlen. Reagiert es nicht, ist es bewusstlos.
  3. Atmung kontrollieren: Beuge dich nah an das Kind heran und beobachte seinen Brustkorb auf Atembewegungen. Spüre mit deiner Wange an Mund und Nase nach Atemluft. Hörst und siehst du keine Atmung innerhalb von 10 Sekunden, beginne sofort mit der Beatmung.
  4. Beatmung: Führe fünf Mund-zu-Nasen-Beatmungen durch. Verschließe die Nase deines Kindes mit deinem Daumen und Zeigefinger. Bilde einen luftdichten Abschluss um seinen Mund mit deinem Mund und blase sanft und gleichmäßig hinein, bis sich sein Brustkorb hebt. Beobachte den Brustkorb, um sicherzustellen, dass er sich hebt und senkt.
  5. Herzmassage: Lege zwei Finger deiner Handfläche auf das Brustbein deines Kindes, direkt unterhalb der Brustwarzen. Drücke das Brustbein mit deinen Fingern und Daumen 30-mal schnell und kräftig nach unten, etwa 5 cm tief. Lass das Brustbein nach jedem Druck vollständig zurückkommen.
  6. Vitalzeichen überwachen: Überprüfe regelmäßig Atmung bis der Rettungsdienst eintrifft.
  7. Notruf (112) wählen: Rufe sofort den Notruf an, auch wenn das Kind wieder atmet. Beschreibe die Situation ruhig und sachlich und befolge die Anweisungen des Rettungsdienstes.

Mit deinem Wissen und beherzten Handeln kannst du deinem Kind in einer Notsituation schnell und effektiv helfen. Neugierig auf mehr? Vertiefe dein Wissen mit unserem Online Kurs für Erste Hilfe am Baby und Kind.

 

Was ist Bewusstlosigkeit bei Kindern?

Bewusstlosigkeit ist ein Zustand, in dem ein Kind nicht mehr auf seine Umgebung reagiert. Es ist nicht ansprechbar und verliert die Kontrolle über seine Körperfunktionen. Bewusstlosigkeit kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, wie z. B.:

    • Stürze und Kopfverletzungen
    • Sauerstoffmangel (z. B. durch Ertrinken, Ersticken oder Asthmaanfall)
    • Kreislaufprobleme (z. B. durch Fieber, Dehydrierung oder Schock)
    • Vergiftungen
    • Krampfanfälle 
    • Diabetes mellitus
  • Allergie

 

Welche Risiken sind mit Bewusstlosigkeit verbunden?

Bewusstlosigkeit bei Kindern ist ein ernstzunehmender Zustand, der mit verschiedenen Risiken und Gefahren verbunden sein kann:

Erstickungsgefahr: Je nach Tiefe der Bewusstlosigkeit können bewusstlose Kinder nicht selbstständig atmen. Es besteht die Gefahr, dass sie ersticken, wenn sie nicht richtig gelagert werden. Bringe das Kind daher in die stabile Seitenlage. So wird die Zunge vom Rachen weggezogen und die Atemwege bleiben frei.

Verschlucken von Fremdkörpern: Bewusstlose Kinder haben keinen Hustenreflex. Sehe daher vorsichtig nach, dass sich kein Fremdkörper oder Essensreste im Mund- oder Rachenraum befindet. Dazu werden jedoch die Finger nicht einfach blind in den Mund geschoben. Besser ist es, beim Säugling den Kopf in die Neutral-Nullposition zu bringen. Sofern ein Fremdkörper zu sehen ist, kann nun versucht werden, diesen vorsichtig zu entfernen und danach kann die Mund-zu-Nasen-Beatmung durchgeführt werden, falls das Kind nicht atmet.

Sauerstoffmangel: Bewusstlose Kinder können nicht ausreichend Sauerstoff bekommen. 

Hirnschäden: Ein längerer Sauerstoffmangel kann zu Hirnschäden führen. 

Tod: In schweren Fällen kann Bewusstlosigkeit zum Tod führen.

Wie kann ich Bewusstlosigkeit meines Kindes erkennen?

Die frühzeitige Erkennung von Bewusstlosigkeit bei Kindern ist essenziell, da sie eine schnelle und angemessene Behandlung ermöglicht. Unbehandelt kann Bewusstlosigkeit zu schweren Langzeitschäden führen.

Anzeichen von Bewusstlosigkeit bei Kindern: Warnzeichen wie Blässe, Schwitzen oder Benommenheit können auf eine bevorstehende Bewusstlosigkeit hindeuten, es gibt aber noch weitere Anzeichen: 

  • Verlust des Bewusstseins: Das Kind ist nicht ansprechbar und reagiert weder auf Ansprache noch auf Berührungen.
  • Fehlende Atmung: Das Kind atmet nicht oder nur unregelmäßig.
  • Kein Puls: Der Puls des Kindes ist nicht fühlbar.
  • Blasse oder blaue Haut: Die Haut des Kindes ist blass oder blau, insbesondere an den Lippen und Fingernägeln.
  • Krampfanfälle: Das Kind hat Krampfanfälle.

 Arzt zeigt Maßnahmen an einem bewusstlosem Kind

Was sind die häufigsten Ursachen von Bewusstlosigkeit bei Kindern?

Warum wird ein Kind bewusstlos? Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Bewusstlosigkeit bei Kindern auslösen können. Sehen wir uns diese genauer an, um die Ursachen besser zu verstehen.

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz
  • Neurologische Erkrankungen: Epilepsie, Hirntumor, Hirnblutung, Meningitis, Enzephalitis
  • Stoffwechselstörungen: Hypoglykämie (Unterzuckerung), Hyperglykämie (Überzuckerung), Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Erkrankungen der Atemwege: Asthma, Lungenembolie, Pneumothorax
  • Infektionen: Sepsis, Meningitis, Enzephalitis
  • Vergiftungen: Drogen, Alkohol, Medikamente, Kohlenmonoxid
  • Ohnmacht (Synkope): Vasovagale Synkope (z. B. durch langes Stehen), orthostatische Synkope (z. B. beim schnellen Aufstehen), situative Synkope (z. B. durch Husten oder Niesen)
  • Krampfanfälle: Epilepsie, Fieberkrämpfe (Fieberkrampf bei Kindern erkennen)
  • Dehydration: Flüssigkeitsmangel, Elektrolytverlust
  • Hitzeerschöpfung: Überhitzung des Körpers
  • Hypothermie: Unterkühlung des Körpers

Psychische Faktoren:

  • Angststörung: Panikattacke
  • Hyperventilations-Syndrom: Zu schnelles und tiefes Atmen
  • Dissoziative Störung: Depersonalisation, Derealisation

Weitere Ursachen:

  • Schädel-Hirn-Trauma: Gehirnerschütterung, Hirnblutung
  • Sturz: Sturz aus großer Höhe, Sturz auf den Kopf
  • Ertrinken: Sauerstoffmangel durch Untertauchen
  • Stromschlag: Elektrischer Schlag

In seltenen Fällen kann auch eine Allergie zur Bewusstlosigkeit führen, etwa bei Insekten- und Nussallergien bei Kindern

Synkopen (auch Ohnmacht genannt) sind kurze Episoden des Bewusstseinsverlusts, die durch einen vorübergehenden Mangel an Blutfluss zum Gehirn verursacht werden. Sie sind in der Regel harmlos und treten häufig bei Kindern auf. Sie dauern im Normalfall nur wenige Sekunden bis Minuten. Die meisten Kinder erholen sich schnell und vollständig, ohne bleibende Schäden.

Synkopen bei Kindern können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, unter anderem:

  • Vasovagale Synkope: Dies ist die häufigste Art der Synkope bei Kindern. Sie wird durch einen plötzlichen Abfall des Blutdrucks und der Herzfrequenz verursacht, z. B. beim Aufstehen nach langem Sitzen oder bei langem Stehen.
  • Dehydration: Wenn Kinder nicht genug Flüssigkeit trinken, kann es zu Dehydration kommen, was zu Synkopen führen kann.
  • Herzerkrankungen: Angeborene Herzfehler oder andere Herzerkrankungen können zu Synkopen führen.
  • Neurologische Erkrankungen: Epilepsie oder andere neurologische Erkrankungen können zu Synkopen führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Synkopen verursachen.

Wusstest du schon? Obwohl Ohnmacht und Bewusstlosigkeit ähnliche Symptome aufweisen, gibt es einige wichtige Unterschiede in der Ersten Hilfe. Erste Hilfe bei Ohnmacht: 

  • Lege das Kind flach hin, am besten mit leicht erhöhten Beinen

  • Lockere enge Kleidung
  • Sichere die Atemwege

  • Spreche beruhigend mit dem Kind
  • Biete dem Kind Wasser oder Fruchtsaft an, sobald es wieder zu sich kommt und vollständig wach ist sonst Aspirationsgefahr

 

Wann und warum ist eine ärztliche Untersuchung nach Bewusstlosigkeit bei Kindern erforderlich?

Nach einer Bewusstlosigkeit bei Kindern ist immer eine ärztliche Untersuchung erforderlich, unabhängig von der Dauer oder den Symptomen. Dies liegt daran, dass Bewusstlosigkeit ein ernstes Symptom ist, das auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen kann, die unbehandelt zu weiteren Komplikationen führen könnte.

Die folgenden Symptome und Anzeichen nach einer Bewusstlosigkeit bei Kindern erfordern eine sofortige ärztliche Untersuchung:

  • Anhaltender Bewusstseinsverlust: Das Kind wacht nicht nach einigen Sekunden oder Minuten auf.
  • Krampfanfälle: Das Kind hat Krampfanfälle.
  • Verwirrung oder Desorientierung: Das Kind ist verwirrt oder desorientiert und weiß nicht, wo es ist oder was passiert ist.
  • Schwäche oder Lähmung: Das Kind hat eine Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite.
  • Sprachstörungen: Das Kind hat Schwierigkeiten zu sprechen oder zu verstehen.
  • Atembeschwerden: Das Kind hat Atembeschwerden.
  • Bluthusten: Das Kind hustet Blut.
  • Kopfschmerzen: Das Kind hat starke Kopfschmerzen.
  • Erbrechen: Das Kind erbricht wiederholt.
  • Fieber: Das Kind hat Fieber. 

Prozess der Untersuchung:

  • Anamnese: Der Arzt erfragt die Symptome des Kindes, die Dauer der Bewusstlosigkeit, mögliche Vorerkrankungen und die Umstände, die zur Bewusstlosigkeit geführt haben.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht das Kind auf Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Atmung), neurologische Funktionen (Pupillenreflexe, Muskelkraft) und andere Anzeichen von Verletzungen oder Erkrankungen.
  • Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen können Hinweise auf Infektionen, Elektrolyt-Ungleichgewichte, Drogen- oder Alkoholmissbrauch liefern.
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen kann ein CT-Scan oder MRT des Gehirns erforderlich sein, um Verletzungen oder andere Anomalien auszuschließen.
  • Weitere Untersuchungen: Je nach Verdachtsdiagnose können weitere Untersuchungen wie EKG, EEG oder Langzeit-Blutdruckmessung erforderlich sein.

Bedeutung der Untersuchung:

  • Identifizierung der Ursache: Die Untersuchung dient dazu, die Ursache der Bewusstlosigkeit zu identifizieren, die eine Vielzahl von Faktoren sein kann, unter anderem:
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Neurologische Erkrankungen
    • Stoffwechselstörungen
    • Erkrankungen der Atemwege
    • Vergiftungen
    • Psychische Faktoren
    • Traumatische Verletzungen
  • Behandlung der Ursache: Sobald die Ursache der Bewusstlosigkeit bekannt ist, kann die Behandlung gezielt erfolgen.
  • Verhinderung von Komplikationen: Die Untersuchung kann dazu beitragen, Komplikationen zu erkennen und zu verhindern, z. B. Aspirationspneumonie oder Hirnschäden.

Prävention und Nachsorge sind wichtige Säulen in der Betreuung von Kindern nach einer Bewusstlosigkeit. Durch die Identifizierung und Behandlung der Ursachen, die Vermeidung von Risikofaktoren, die Erziehung und Aufklärung sowie die regelmäßige ärztliche Kontrolle und psychologische Unterstützung können weitere Episoden verhindert und die langfristige Gesundheit der Kinder gesichert werden.

Bewusstlosigkeit bei einem Kind kann eine beängstigende Situation sein, mit unseren Tipps zur Ersten Hilfe bei Bewusstlosigkeit und den richtigen Sofortmaßnahmen kannst du Leben retten und die Genesung deines Kindes unterstützen. Merke dir: Ruhe bewahren und schnelles Handeln sind das A und O. 

 

FAQs 

Was ist eine Bewusstlosigkeit?

Eine Bewusstlosigkeit ist ein Zustand, in dem ein Kind nicht mehr auf Reize wie Ansprache, Berührungen oder Schmerz reagiert. Es kann die Augen nicht öffnen und atmet möglicherweise nicht oder nur sehr flach.

Was sind die Ursachen einer Bewusstlosigkeit bei Kindern?

Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine Bewusstlosigkeit bei Kindern. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Mangel an Sauerstoff im Gehirn: Dies kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie z. B. Ersticken, Ertrinken, Herzstillstand oder eine Vergiftung.
  • Kreislaufstillstand: Dies kann durch einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder einen starken Blutverlust verursacht werden.
  • Hirnverletzung: Dies kann durch einen Sturz, einen Schlag auf den Kopf oder eine andere Verletzung des Gehirns verursacht werden.
  • Unterzuckerung: Dies kann bei Kindern mit Diabetes oder anderen Erkrankungen, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen, auftreten.
  • Krampfanfälle: Diese können bei Kindern mit Epilepsie oder anderen Erkrankungen, die Krampfanfälle verursachen können, auftreten.
  • Infektionen: Schwere Infektionen wie Meningitis oder Sepsis können zu einer Bewusstlosigkeit führen.
  • Vergiftungen: Vergiftungen durch Medikamente, Drogen oder andere Giftstoffe können eine Bewusstlosigkeit verursachen.
  • Hitzeschlag: Dies kann bei Kindern auftreten, die bei extrem hohen Temperaturen überhitzen.
  • Allergie: Im Rahmen einer allergischen Reaktion.

Was sind die Anzeichen einer Bewusstlosigkeit bei Kindern?

Die wichtigsten Anzeichen einer Bewusstlosigkeit bei Kindern sind:

  • Keine Reaktion auf Ansprache
  • Keine Reaktion auf Reize
  • Fehlender oder sehr flacher Atem
  • Fehlender Puls
  • Erweiterte Pupillen
  • Krampfanfälle

Was soll ich tun, wenn mein Kind bewusstlos ist?

  • Rufe sofort den Notruf (112) an.
  • Bring dein Kind in die stabile Seitenlage.
  • Lockere enge Kleidung.
  • Achte auf die Atmung und den Puls deines Kindes.
  • Lege dein Kind flach hin und beginne mit der Wiederbelebung, wenn dein Kind nicht atmet oder keinen Puls hat.
  • Bleib bei deinem Kind und spreche beruhigend auf es ein, bis die Hilfe eintrifft.

Was kann ich tun, um weitere Bewusstlosigkeitsepisoden bei meinem Kind zu verhindern?

Dies hängt von der Ursache der Bewusstlosigkeit deines Kindes ab. Dein Arzt kann dir spezifische Ratschläge geben, wie du weitere Episoden verhindern kannst. Im Allgemeinen kannst du jedoch folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Identifiziere und behandle die Ursache der Bewusstlosigkeit: Dies kann Medikamente, Operationen oder Lebensstiländerungen umfassen.
  • Vermeide Risikofaktoren: Je nach Ursache der Bewusstlosigkeit kann dein Arzt dir empfehlen, bestimmte Situationen oder Aktivitäten zu vermeiden, die das Risiko erneuter Episoden erhöhen.
  • Informiere dich über Bewusstlosigkeit: Je mehr du über Bewusstlosigkeit weißt, desto besser kannst du dein Kind schützen und im Ernstfall handeln.
  • Lerne Wiederbelebungsmaßnahmen: Wiederbelebungsmaßnahmen können das Leben deines Kindes retten, wenn es bewusstlos wird und nicht atmet oder keinen Puls hat.

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Arzt gehen?

Du solltest immer mit deinem Kind zum Arzt gehen, wenn es bewusstlos war. Auch wenn dein Kind sich nach einer Bewusstlosigkeitsepisode erholt hat, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Bewusstlosigkeit zu ermitteln und weitere Episoden zu verhindern.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:
Dr. med. Annalena Dehé, Mutter und Notfallmedizinerin

Dr. med. Annalena Dehé, Mutter und Notfallmedizinerin  

 

 

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